Sprachen
Die Mobile-App

Wie kann sich das Spielen auf dich auswirken?

Die  Spielsucht kann eine schädliche Auswirkung auf die persönlichen Finanzen haben, wenn der Versuch, Verlusten hinterherzujagen, aus der Kontrolle gerät. Löhne, Ersparnisse und Bargeld werden ausgegeben. Häufig gibt es Schulden, da Geld geliehen und Darlehen aufgenommen werden, um Spielverluste auszugleichen. Allerdings können die Auswirkungen des Spielens nicht nur finanzieller Art sein. Problemspieler sagen oft, dass sie sich isoliert fühlen als Folge des einsamen Hinterherjagens nach Verlusten. Oft bleiben sie fern von der Schule, Universität oder vom Arbeitsplatz, um zu spielen. Hinzu kommt, dass sie sich ständig ans Spielen denken, haben kein Interesse, Beziehungen zu pflegen und wenig Motivation, an geselligen Aktivitäten teilzunehmen. 

Oft kaufen Problemspieler ungern Bekleidungsstücke oder Haushaltsartikel, da sie das Geld als Mittel für das Spielen ansehen. Oft bezahlen sie ungern Strom- oder Gasrechnungen, da sie das Geld lieber zum Spielen verwenden. Es kann auch eine Progression bei der Spielsucht geben - am Ende können Problemspieler kriminelle Handlungen verüben, um das Spielen zu finanzieren. Dies kann lebenslange Folgen nach sich ziehen, womöglich mit Strafen. 

Hat das Spielen Auswirkungen auf deine psychische Gesundheit?  

Erlebst du alle oder einige folgender Probleme?

- Hast du extreme Gefühle oder Gemütsschwankungen?

- Hast du das Gefühl, dass das Spielen eher als andere Dinge das Einzige ist, was du geniesst?

- Hast du Schlafstörungen?

- Bist du depressiv oder ängstlich?

- Hast Du Suizidgedanken?

- Benutzt du das Spielen um mit anderen Problemen oder Gefühlen in deinem Leben fertigzuwerden? 

Ausser den offensichtlichen Auswirkungen, die das Spielen auf deine finanzielle Situation haben kann, kann es sich auch ernsthaft auf deine psychische Gesundheit auswirken. Laut dem Royal College of Psychiatrists, leiden Problemspieler eher als andere an einem niedrigem Selbstwertgefühl, durch Stress verursachten psychischen Problemen, Angstgefühlen, Schlaf- und Appetitstörungen, Substanzmissbrauchsproblemen und Depression. 

Obwohl viele Menschen spielen, um depressiven Gefühlen oder anderen Problemen der psychischen Gesundheit aus dem Weg zu gehen, kann das Spielen diese Erkrankungen eher verschlimmern. Ein Grund, warum das Problemspielen die psychische Gesundheit beeinflussen kann, besteht in der Art und Weise wie Menschen "Höhen" und "Tiefen" erleben, während sie spielen. Wenn du selbst viel spielst, hast du vielleicht erlebt, wie die Erwartung "des grossen Gewinns" einen geistig intensiv engagiert und erregt, vielleicht mehr und besser als jede andere Aktivität. Vielleicht hast du auch die Enttäuschung beim Verlieren als massiven Tiefpunkt, ja Verzweiflung erlebt.  

Dies ist besonders der Fall bei "high risk" Spielformen, bei denen grosse Geldsummen eingesetzt werden. Das erhöht die Möglichkeit eines massiven "High", verschlimmert aber auch das "Low", wenn es eintritt. Gefühle des Verlustes und der Verzweiflung nach dem Spielen können zu einem verstärkten Drang führen, sofort wieder zu spielen in dem Versuch, erneut ein "High" zu erleben. Jedoch, indem man weiterspielt, werden die negativen Gefühle nur noch schlimmer.   

Wirkt sich das Spielen auch auf deine Beziehungen aus? 

„Problematisches“ Spielen kann einen total vereinnahmen. Es wirkt sich sowohl auf den Spieler selbst als auch auf die Beziehungen zu anderen Menschen - Freunde und Familie aus. Das kann verschiedene Formen annehmen, besonders folgende: 

- Sich vermehrt mit dem Partner oder der Familie streiten, besonders über Geld, den Familienhaushalt und Schulden

 - Vom Spielen besessen sein, so dass man sich kaum auf andere Dinge konzentrieren kann

 - Man verbringt immer mehr Zeit beim Spielen und immer weniger mit anderen Menschen

  - Freunde und Familie über die Verluste täuschen

 - Geld von Freunden oder der Familie entwenden, um zu spielen

 Statt mit dem Partner oder der Familie Zeit zu verbringen, oder Verpflichtungen nachzukommen, können Spieler es vorziehen, ihre Freizeit beim Spielen zu verbringen. Das kann dazu führen, dass der Partner oder das Familienmitglied sich sorgen macht, dass der Spieler sich nicht mehr für sie interessiert oder dass sie weniger wichtig sind. Das kann zu emotionaler Distanz oder Spannungen in der Beziehung führen. Allerdings ist es häufig der Fall, dass der Spieler dermassen mit dem Spielen beschäftigt ist, dass er nicht in der Lage ist, an andere zu denken. 

Es kann vermehrt zu Streitigkeiten über den Familienhaushalt und Finanzen kommen, wenn es ein Spielproblem in der Familie gibt. Oft ist der Spieler davon überzeugt, dass er das Problem selbst lösen kann, während er in Wirklichkeit Hilfe braucht, um das Spielen einzustellen und die Schuldenprobleme auf realistischere Weise zu lösen. Gebrochene Versprechen und Täuschung können dazu führen, dass die Partner von Spielern ihr Vertrauen in das Verhältnis verlieren, besonders wenn der Spieler mehrmals versucht hat, aufzuhören,  um dann rückfällig zu werden. Man kann leicht erkennen, wie diese Faktoren Stress in einer Beziehung entstehen lassen können, sodass der Partner oder das Familienglied den Wert der Beziehung in Frage stellt. Manchmal sind Schuldgefühle vorhanden, wenn der Partner sich fragt, ob ob er Schuld an dem Spielproblem ist, oder ob er irgendwie zum Problem beigetragen hat. Spielsucht in einer Familie kann auch eine Auswirkung auf die Kinder haben - die Auswirkungen von Stress in der Familie und der mögliche Verlust der Beziehung zu einem Elternteil können langfristige Konsequenzen haben.  

Hast du Schulden, die durch das Spielen entstanden sind? 

Gibst du mehr für das Spielen aus, als du willst? Hast du Probleme, Rechnungen zu bezahlen? Spielprobleme und finanzielle Schwierigkeiten gehen Hand in Hand. Oft führt eine finanzielle Krise dazu, dass ein Spieler seine Spielprobleme anpackt. Häufig erzählen uns Partner, Freunde oder Familienmitglieder, dass sie nicht wussten, dass der Freund oder Partner spielsüchtig ist, bis es zu schwerwiegenden finanziellen Konsequenzen in Form eines Gerichtsverfahrens wegen Zahlungsverzug oder Wohnungsenteignung kam. 

Finanzielle Probleme können sich leicht auftürmen. Rechnungen werden nicht bezahlt, Schulden häufen sich auf. Wenn du Kreditkarten hast, vielleicht belastest du sie bis zum Limit um die Rechnungen zu zahlen, oder noch schlimmer, du spielst weiter. Payday-Darlehen sehen vielleicht wie eine Lösung aus - aber die hohen Zinsen machen die Situation nur noch schlimmer. Geschäftsleute verschulden sich , indem sie Geld vom Geschäft benutzen um das Spielen zu finanzieren. Es ist eine häufige Dilemma für Problemspieler - wie komme ich aus den Schulden raus? Für viele, kann die Chance, weiterzuspielen um das Geld zurückzugewinnen und alles wieder in Ordnung zu bringen, sehr verlockend erscheinen. Vielleicht hat man das Gefühl, dass man sonst keine Möglichkeit hat, die Schulden zurückzuzahlen, die sich durch das Spielen aufgehäuft haben, wenn man nicht weiterspielt.  Man fühlt sich also vollkommen gefangen. 

Man sollte es allerdings anders sehen. Wenn du damit ringst, den Spieldrang unter Kontrolle zu bringen, wird ein Gewinn deine Schulden wahrscheinlich nicht begleichen, da du weiterspielen musst, um das zu erreichen. Die Versuchung, den Rausch bei einem weiteren Gewinn zu wiederholen, wäre sehr gross. Eine Aussage, die wir oft hören, ist "Ich kann nicht gewinnen, weil ich nicht aufhören kann." Letztendlich ist es unvermeidbar, mehr Geld zu verlieren und die Situation zu verschlimmern. Ausserdem, mehr spielen als eine Strategie um Schulden zu begleichen, die durch das Spielen überhaupt erst entstanden sind, kann kaum erfolgreich sein. Vielleicht hat man das Gefühl, dass das allmähliche Abstottern der Schulden länger dauert, aber in Wirklichkeit wird Weiterspielen auf Dauer die Situation nur noch schlimmer machen. Am Ende hat man weit mehr Schulden. 

Die Vorstellung, dass man zu seinen Spielproblemen steht, kann beängstigend sein. Man behält es lieber für sich. Allerdings kann es sehr befreiend sein, seine Schuldenprobleme unter Kontrolle zu bringen und eine andere Möglichkeit zu suchen, die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Man kann sich dann entspannt anderen Problemen zuwenden, die durch das Spielen entstanden sind. Man kann auch daran denken, endgültig mit dem Spielen aufzuhören. Die Auswirkungen auf das Leben können in finanzieller Hinsicht sehr ernsthaft sein. Allerdings sollte man die negativen Auswirkungen des problematischen Spielens nicht allein aus finanzieller Sicht sehen. 

Die Isolation des Spielsüchtigen 

Viele Spieler berichten, dass sie ein Gemeinschaftsgefühl von dem Ort z.B. Wettbüro bekommen, wo sie spielen, oder von den Leuten, mit denen sie online chatten. Problemspieler können das Interesse an der Aufrechterhaltung ihrer "realen" Beziehungen verlieren, in dem Mass wie sich ihre Beschäftigung mit dem Spielen intensiviert. Vielleicht werden sie sozial isoliert. Der Alltag ist oft nicht so attraktiv, wie der Rausch beim Spielen. Streitigkeiten, angespannte Beziehungen, die Nichterfüllung von Verpflichtungen, Verfremdung, Trennung, Scheidung, körperlicher oder geistiger Missbrauch können alle zum Leben eines Spielsüchtigen gehören.

Oft isoliert sich ein Spieler aus Schuld- oder Schamgefühlen, oder weil er Geld von seinen Freunden oder Angehörigen geliehen oder gestohlen hat, um das Spielen zu finanzieren. Vielleicht hat er das Gefühl, dass es keinen Weg zurück in die reale Welt gibt. Vielleicht hat er ein geringeres Interesse an Freizeitbeschäftigungen, da das Spielen alles dominiert. Spielsüchtige sagen, dass sie ans Spielen denken, auch wenn sie gerade  nicht spielen. Manche sagen sogar, dass sie nachts vom Spielen und vom grossen Einsatz träumen. Problemspieler berichten auch von Problemen, die sie wegen der geistigen Beschäftigung mit der Welt des Spielens haben, die Arbeit oder die Karriere aufrechtzuerhalten